Wirtschaftskammer Österreich, Vizepräsidentin

Frau Schultz, Sie leiten seit 2004 gemeinsam mit Ihrem Bruder die Schultz Gruppe. Wie waren denn die Anfänge Ihres Unternehmens und wie war Ihr persönlicher Werdegang bis heute?

Ich bin in ein Familienunternehmen hineingeboren und damit aufgewachsen, Verantwortung zu übernehmen. Der Grundstein war die ursprüngliche Landwirtschaft und eine kleine Käserei unserer Urgroßmutter, die es heute übrigens immer noch gibt. Ich bin bereits 1987 ins elterliche Unternehmen eingestiegen. Traditionell waren Frauen bei uns immer in starken Positionen und sehr präsent. Seit 2004 führen mein Bruder und ich das Unternehmen gemeinsam, wobei ich die Bereiche Werbung, Marketing, Controlling, Produktgestaltung und Verkauf verantworte. Wir sind mittlerweile sehr breit aufgestellt, von der erwähnten Käserei über das Bauunternehmen bis hin zu unserem Kerngeschäft, dem Tourismus, mit Seilbahnen, Reisebüro und Hotellerie.

2004 habe ich den Vorsitz von Frau in der Wirtschaft im Bezirk Schwaz/Tirol, übernommen und so führte mich mein Weg dann über die Landeskammer Tirol nach Wien in die Wirtschaftskammer Österreich, wo ich seit 2010 Vizepräsidentin bin.

Seit 2011 engagiere ich mich auch auf europäischer Ebene und bin Vizepräsidentin von EUROCHAMBRES, dem Dachverband der Europäischen Industrie- und Handelskammer sowie Vorsitzende des Women Network von EUROCHAMBRES. Seit 2015 bin ich auch Bundesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ und setze mich mit viel Engagement und Leidenschaft für die Interessen der Unternehmerinnen ein. Das ist mir ein besonderes Anliegen, denn ich kenne die Herausforderungen für alleinerziehende Unternehmerinnen aus eigener Erfahrung.

Warum engagieren Sie sich in und für Europa und was hat sie dazu bewogen, unserem Ruf als Botschafterin für das Enterprise Europe Network zu folgen?

Ich habe erkannt, wie wichtig Europa für uns ist. Als Bürgerin und als Unternehmerin. Ein Großteil der wirtschaftsrelevanten Gesetzgebung kommt aus Europa und darum ist es wichtig, dass wir bereit sind, uns auch auf europäischer Ebene zu engagieren.

Ich sehe allerdings massiven Aufholbedarf beim Wissen um Europa, deshalb unterstütze ich die Kampagne als Botschafterin des Enterprise Europe Network Austria sehr gerne. Hier gibt es auch konkrete Tipps für Unternehmerinnen und Infos über Ausschreibungen, Preise und Initiativen. Je mehr Menschen diese Informationen haben, desto besser.

Darf ich Sie zum Abschluss noch nach Ihrem persönlichen Motto fragen?

Positive Dinge passieren immer Menschen, die positiv denken und handeln.

Was ist derzeit ganz oben auf Ihrer Bucket List?

Bergschuhe